Lost and found
Januar 23rd, 2009
klassenspiel schleppt sich, der umzug schleppt sich auch so dahin. man kann nicht wirklich planen gerade, man kann nicht sagen “nächste woche donnerstag pack ich meine sachen”, wenn man nicht weiß, ob man nächste woche donnerstag vielleicht bis abends um acht in der schule sitzt. man kann überhaupt nichts sagen und entscheiden schon garnicht. anfang februar will ich das abgeschlossen haben, notfalls an einem sonntag.
gestern kam mir der gedanke, von meinem zimmer noch ein paar bilder zu machen, wie es so ist, zumindest noch. ich habe mich bis jetzt weder dafür noch dagegen entscheiden können. einerseits will ich, aus gründen der entmystifizierung der eigenen jugend. wenn mich meine geliebte in zwanzig jahren fragt “sag mal, wie sah eigentlich dein zimmer aus als du so 18 warst?”, dann muss ich nicht groß erklären, sondern kann ein paar vergilbte fotos irgendwo aus irgendeinem umschlag rausziehen und ihr zeigen. andererseits hat auch das erzählen seinen reiz. und brauche ich wirklich eine gedankenstütze um mich an mein jugendzimmer zu erinnern?
irgendwie ironisch. im monatstakt das zimmer umgestellt, mittlerweile ist es perfekt, für mich zumindest. und jetzt ziehe ich aus. aber vielleicht ist das leben so, vielleicht ist das ein schutz, eine naturgegebene notbremse, bevor die perfektion zur gewohnheit wird, wird die perfektion aufgelöst, die karawane zieht weiter, die zelte werden abgebrochen, und zurück bleiben ein paar fotografien und ein bisschen staub und die stimme hallt noch nach von jemandem, der mal hier gewohnt hat, und der jetzt die treppe hinuntergeht und lacht.
verehrte freunde,
Dezember 24th, 2008
ich werfe 50 cent in das phrasenschwein und sage: ein ereignisreiches jahr geht zu ende. ein jahr der anstrengungen und überstandenen prüfungen und mühen, ein jahr sehr großer erfolge aber auch großer enttäuschungen und großer angst. ein ruheloses jahr, das in seiner dramatik wohl nur vom nächsten jahr noch übertroffen werden kann. bedeutende veränderungen stehen an, einschnitte im bisherigen leben, die entscheidung zu treffen, diesen weg zu gehen, gehört noch zur geschichte des jahres 2008. was sie nach sich zieht, das wird sich im jahr 2009 zeigen. und ich gehe mit spannung und freude und nervosität in das neue jahr, die das bisschen angst, das ich habe, problemlos zu kaschieren vermögen.
ich wünsche euch, meinen freunden und sonstigen lesern, ein weihnachten, das euch neue horizonte eröffnet. nicht, in dem ihr in euch geht und innehaltet, sondern in dem ihr eure augen öffnet und seht, was die welt euch wundervolles bieten kann. und ich wünsche euch ein ganzes jahr voller neuer horizonte und hoffnungen und träume, die wirklichkeit werden, ich wünsche euch kraft, um eigenständig zu werden und zu bleiben und den mut, dafür etwas aufzugeben. macht die zukunft zu eurer zukunft, und fangt 2009 damit an.
how the day sounds
Dezember 2nd, 2008
the homeless and the hummingbirds
November 10th, 2008
das wochenende war gut. der tag heute war gut. die letzten minuten waren gut. kein schwermut in sicht, kein selbstmitleid, keine tragikomödien heute. mir geht es gut, dir geht es gut, lass uns winken, lass uns lächeln, lass es uns beenden und vergessen und niemals wieder dran denken und aufhören mit den schnellen, vorsichtigen, betrügerischen seitenblicken. wenn sich unsere blicke kreuzen, meine ich, ich müsste mit dem kleinen finger eine glasplatte tragen, die so dünn ist wie papier. ich meine, mich an dir zu verbrennen, und kann es trotzdem nicht lassen. ich schaue und scheue mich und scheine geheimnisvoll und habe nichts davon außer noch mehr gedanken an dich.
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heimatlos, und herzlos, und plötzlich ist die tragik da, denn ich habe den gedanken daran im kopf, dass ich es euch sagen möchte, ich möchte euch zu einer flasche wein an unseren tisch einladen und euch sagen, was sich nächstes jahr ändern wird, gleich im januar schon. ich bin so voller vorfreude und mut und ungeduld und will es euch sagen und muss es abgesehen davon auch. vielleicht ist es ende der woche soweit. wir werden sehen. der wein ist gekauft, die koffer fast gepackt, der stift fällt vom tisch und der letzte macht das licht aus.
Guilt By Association
Oktober 29th, 2008
ich blogge wieder etwas, weil ich lust dazu habe. das ist das schönste am bloggen. es kann ventil sein und plattform und tagebuch - wenn man es will. wenn man es nicht will, oder wenn man nichts zu sagen hat, sagt man nichts. man hält die klappe. man schreibt nichts. man muss sich nicht ständig produzieren wie sonst. man kann es einfach bleiben lassen eine weile und irgendwann wieder anfangen, nach einer woche oder einem monat oder einem jahr und dritte dürfen sich daran stören, aber ändern können sie nichts daran. man kann schreiben was man will. man kann texte schreiben die so lang sind wie inschriften uralter grabplatten oder für die man sonst drei notizbücher füllen müsste. manchmal reicht dagegen ein wort, besser gesagt: ein schlagwort, und es ist alles gesagt. hier und heute: lose gedankensammlung.
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ich schreibe an einem brief. in meinem kopf ist er fast fertig, in meinen gedanken wird das was ich denke und sagen will und sagen muss in die dröhnende stille hinein endlich in worte gepresst, die nicht verstören oder ärgern oder unverständlich sind. was in meinem kopf passiert niederzuschreiben ist die schwierigkeit daran. ich kritzle an sätzen und wörtern und streiche und krittle und tänzle um das eine wort das fast alles sagen würde und was ich mich scheue zu schreiben. ich versuche in jedem satz jede interpretation und jeden unterton und jeder schatten einer andeutung zwischen den zeilen zu tilgen und nur zu sagen was zu sagen will, und ich komme nicht sonderlich gut voran damit. ich will nicht um vergebung bitten, genauso wenig wie ich will, dass du vor mir niederkniest. ich denke oft daran was zwischen uns passiert ist und was ich unbedingt hätte tun müssen um zu verhindern, dass alles kommt wie es jetzt ist. ich denke daran, was ich hätte tun müssen, und an dich denke ich sowieso und weiß nicht, wie es dir dabei geht. mir geht es nicht gut dabei. meine angst ist doch recht grundlos, denn wo nichts mehr ist kann nichts kaputtgehen, wenn alles in trümmern liegt, kann man nichts mehr zertrümmern mit den falschen worten und dem falschen unterton. sollte man zumindest meinen.
Saab Ballett
Oktober 29th, 2008
der ein oder andere, der mich öfter sieht wird mitbekommen haben dass ich zur zeit intensiv mit fahrschule beschäftigt bin. und wenn es dazu kommt dass ich die prüfung bestehe und irgenwann tatsächlich auto fahren darf DANN fahre ich Saab, genauer gesagt Saab 9000, denn der ist schick, groß, toll und jederzeit verfügbar und zudem abgesehn vom sprit kostenlos für mich und wie das sprichwort sagt wozu in die ferne schweifen wenn das gute liegt so nah. und als zukünftiger saabfahrer bin ich natürlich stetig auf der suche nach saab content in teh internetz. und dabei bin ich über was gestolpert was ich mir jetzt zum dritten mal anschaue und beim hundertsten mal immer noch dermaßen wtf finden werde dass ich das hier jetzt einfach zeigen muss.
ende der 1980er hat Saab einen kurzfilm gemacht, in dem 8 leute sich je einen saab 9000 schnappen und damit ein ballett aufführen. das ganze nennt sich Saab Suite, hat drei akte und wird unter anderem von musikalischen klängen von dvorak, delibes und bizet untermalt. und das ganze sieht so dermaßen nach wtf aus dass das jetzt hier reinmuss. bitteschön:
you said you’ve changed, but you wouldn’t say how
Oktober 10th, 2008
emiliana torrini erzählt von den soft sides in everyone.
es war kein guter tag. ich stand an einer bushaltestelle und hatte die jacke ausgezogen, es war nachmittag und warm und die sonne schien und überhaupt war alles gut. dann klingelte das telefon und nichts war mehr gut.
ich frage mich, ob es nicht in der natur von uns menschen liegt, den tod zu verdrängen. würde man sich die tatsache dass wir derart endlich sind, dass wir völlig abhängig vom zufall sind, dass wir zwar wissen dass aber nicht wissen wann wir sterben, ständig bewusst machen, man würde sehr schnell wahnsinnig werden. ich sehe sie noch vor mir, ich weiß wie sie redet, kenne jedes haar, die farbe ihrer brille, ihre kleider. ihr parfüm. gerade fällt mir ein, vor vielleicht einem halben jahr habe ich ihr noch einmal ihr liebstes parfüm gekauft, chanel no.5. sie wird das parfüm nicht aufgebraucht haben. sie wird nicht genug zeit gehabt haben dafür. ich weiß nicht, warum mich dieser gedanke so unendlich traurig macht, ich weiß es einfach nicht. man hat etwas vor und tut es nicht, denn morgen kann man es ja auch noch tun, oder übermorgen, oder nächste woche. vielleicht macht es mich traurig, weil vieles in ihrem leben so war. sie lebte ihr kleines leben in ihrem kleinen universum zwischen bett und bad und fernseher, immer vollendet frisiert, und immer farblich abgestimmt gekleidet, jahrelang lebte sie so und ging immer weniger raus, sich mit freunden treffen auf eine tasse kaffee, das konnte sie doch auch nächste woche noch tun. irgendwann konnte sie es aber schlicht nicht mehr tun, es war es zu spät. diesen gedanken meine ich, wenn ich sage, er mache einen verrückt. der gedanke daran was man tun würde, wenn man morgen sterben müsse. wenn morgen alles vorbei wäre, was hätte man versäumt, was hätte man noch tun können oder wollen, aber nie den mut oder die lust oder immer genügend ausreden gefunden? wird man jemandem fehlen, wenn man geht? wird sich jemand an dich erinnern, wenigstens ein paar jahre noch? spielt das noch eine rolle, wenn man ohnehin gestorben ist?
ich habe den tod von jemandem noch nie so erlebt wie jetzt. es will nicht in meinen kopf. jemand, den ich noch lebend, wach vor augen hatte, dessen bewegungen ich gesehen und dessen worten ich gelauscht habe, dieser jemand ist jetzt tot, für immer und ewig und ich kann nie wieder die dinge tun, die sonst alltäglich waren, kann sie nicht besuchen, keinen der besuche nachholen um die man sich ab und an gedrückt hat, weil man es schwer fand, sie zu ertragen. ich habe keine wahl mehr.
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Vor ihrer Geburt sind alle Wesen unsichtbar,
Und unsichtbar nach dem Tode.
Zwischen dem Unsichtbaren werden sie gesehen.
Warum in dieser Wahrheit Trauer finden?
Bhagavad Gita
it’s not bad karma, you fucked it up yourself
Oktober 9th, 2008
etwas in mir lacht und etwas in mir weint, etwas bettet sich zur ruhe und etwas ist seit jahren schlaflos. etwas wacht an meinem bett und etwas tanzt auf dem dach herum und lacht mich aus und brüllt meine dummheit in die nacht. etwas in mir möchte dir gerne die hand reichen und dass du mir irgendwann einmal vertrauen kannst, nur mir, nicht ihm der sich in mir für dich spiegelt, und etwas möchte dir die hand ins gesicht schlagen dafür dass du eben das nicht kannst. und ich möchte mir selbst ins gesicht schlagen dafür dass ich schon vor langem die chance verpasst habe, dein vertrauen zu gewinnen. etwas in mir möchte alle zelte abbrechen, und dich befreien von mir und von allem was ich für dich bin, und etwas in mir denkt an die guten zeiten und hängt an allem hier und will noch nicht gehen. etwas in mir möchte abschließen und etwas bricht alles wieder auf.
durch mich geht ein graben, und ich weiß nicht, wie ich so leben soll. es muss sich nur irgendetwas ändern, aus den missverständnissen und ängsten und der wut muss etwas anderes werden, sonst sind wir beide bald nur noch Scherben und können überhaupt nichts mehr an überhaupt nichts ändern, weil es dann nichts mehr gibt, was sich noch ändern ließe. So weit darf es nicht kommen.
all we go to hell
September 24th, 2008
während man sich so von einer krankheit zur nächsten schleppt und die tage durchstreicht wie der graf von monte christo, dennoch die feststellung - die erneute feststellung -: man gewöhnt sich an alles. und noch mehr gewöhnt man sich an jeden. man gewöhnt sich an das weghören und wegsehen und ignorieren während des zurschaustellens unnötiger zurschaustellungen. manche menschen leben so öffentlich, und so penetrant anheimelnd wärmelig, das ist krankhaft. es ist wie ein verkehrsunfall bei dem es tote gibt - es ist abstoßend, und trotzdem schaut man hin, denn eine laune der natur sagt man könne nicht anders. denn vielleicht gibt es ja doch eine schwachstelle in der konstruktion, die diese menschen da aufbauen, und wenn es diese schwachstelle gibt, muss man seine zähne hineinschlagen, denn an sich und sowieso sind wir ja nur wilde tiere.
besagte menschen bilden keine kollisionen nach, sie werden zu kollisionen. sie stehen eng beinander und ergeben ein ganzes, und definieren sich irgendwann durch nichts anderes mehr als dieses völlig belanglose ineinandergreifen mehrerer individualitätsloser geschöpfe. wir sind mehrere und du nicht. es ist eine andere ebene, es ist ein anderes denken, es ist eine andere spezies die mir so fremd ist wie der uranus. wobei, vielleicht tue ich dem uranus dabei sogar noch unrecht.
links for 2008-09-21
September 22nd, 2008
everything but suicide
September 17th, 2008
ich trinke wieder wein, und zum ersten mal seit längerem schmeckt es mir wieder. in letzter zeit fand ich alkohol auch und besonders abends einfach nur ekelhaft. und ich bin nicht der, der sich dann was runterwürgt obwohl er das eigentlich gerade nicht will bloß weil er das halt immer schon so gemacht hat oder zumindest daran gewöhnt ist es oft zu tun. bei einem glas rosado und the go-betweens kommen gedanken zu den ersten anderthalb wochen schule. arise and face the day. es gibt so einiges was einem da einfallen könnte, aber das tut es nicht. der vermutete heftig gestiegene anspruch in prüfungsrelevanten fächern ist ebensowenig eingetreten wie durchdachtes handeln oder klare struktur im lehrerkollegium. man versteckt sich nach wie vor hinter den büschen zum rauchen, und der kaffee in der cafeteria ist immer noch so schlecht wie letztes jahr. was hatte ich auch erwartet? ich komme in die zwölfte klasse, und plötzlich wird alles anders? reichlich kindische haltung, lautet die autoanalyse.
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demnächst volljährigkeit. volljährigkeit? was für ein grenzenlos bescheuertes wort. ich bin voll an jahren? völlig verjährt? plötzlich darf man alles, man darf autofahren, wodka und zigaretten kaufen und pornos und man darf sich nutten aufs hotelzimmer bestellen und mit kreditkarte bezahlen. schnall dich an, mach die flasche auf, schließ die augen und forme mit deinem mund die worte ja und nein, denn endlich darfst du sie sagen und es gibt niemanden mehr der dagegen etwas tun kann, falls es vorher jemanden gab der über dich bestimmte weil er glaubt zu wissen was gut für dich ist. geh raus in den dunklen park und besauf dich mit billigem whiskey und scheiß auf die leute die denken sie hätten die ultimative lösung, den ultimativen weg für sich und für dich und überhaupt jeden, trink und lache über sie mit ihren zukunftsplänen in denen kleine kinder eine rolle spielen und genieße noch ein bisschen den schwarzen traum von der volljährigkeit solange er anhält, denn er ist kurzweilig und bald nur noch eine blasse erinnerung.
the day before the day after tomorrow
Juli 22nd, 2008
Heute Mittag ein Besuch bei meinen ehemaligen Nachbarn. Ehepaar, 70, leben jetzt in einem Betreutenwohndings. Nicht weil sie nicht mehr können, sondern weil sie es entscheiden wollten, bevor sie sich dazu entscheiden mussten. Anders und klüger als meine Oma, die sich erst mit dem thema Pflege auseinandersetzte, als sie nicht mehr die Kraft hatte, den Topf vom Herd zu nehmen.
Die Besuche bei den Beiden sind anstrengend. Sie erzählen oft das Selbe dreimal, viermal, fünfmal. Ständig ist man damit beschäftigt, etwas abzulehnen, weil sie so höflich sind und einem ständig Brezeln, Kaffee, Sekt, Kuchen oder alles zusammen anbieten und es damit doch nur ganz besonders gut meinen. Dennoch, sie waren mir einmal viel näher als meine eigenen Großeltern. Sie passten auf mich auf, als ich klein war, nach der Trennung meiner Eltern. Sie kochten und aßen mit mir zu Mittag. Ich machte meine Hausaufgaben bei ihnen. Ich lebte praktisch mit ihnen, mehr als mit meiner Mutter, die morgens ging und abends kam und dazwischen nicht viel wollte außer Ruhe und Zeit für sich. Der feste Halt und die Fürsorge taten gut, damals. Mit den Jahren wurde das weniger und zu der immerwährenden Freundlichkeit der beiden gesellten sich nach und nach immer mehr Beschwerden, warum ich so selten vorbeischaute. Ich wich mehr und mehr aus. Wir entfremdeten uns, und blieben uns eine ganze Weile fremd. Heute ist es wieder anders, ich spüre die Wärme, wenn ich bei ihnen bin wieder. Dennoch, anstrengend sind sie oft, trotzdem.
Heute konnte ich mich zu ihnen setzen, lachen, plaudern, mich wohlfühlen und ich fand nichts anstrengend. Ich lehnte die dritte Butterbrezel ab, ohne ein Stechen in mir zu spüren, sondern mit einem Lächeln. Ich lächle und lache seit heute, und ich glaube, du bist schuld daran. Es tut mir gut, dich zu sehen, jeden Morgen aufs Neue, wasweißich warum. Ich kann mir nicht vorstellen, mich schlecht zu fühlen, nicht gerade und auch nicht in der nächsten Zeit. Entspannt sein, entspannt und gespannt zugleich abwarten was passiert. Ich weiß es noch nicht, und ich will es auch noch nicht wissen. Es ist wie mit geschlossenen Augen Cabrio fahren.
arcade fire / neighborhood #2 (laika) / funeral (album)
Juli 21st, 2008
sightseeing in mir
Juli 16th, 2008
open your chest and take the heart from me
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draußen ist eine wunderbare stimmung im moment. es fühlt sich an wie am meer. in den birken rauscht der wind wie wild, es klingt wie brandung. die luft riecht nach warmer erde und oregano und streicht einem zart durchs gesicht. ich war eben eine stunde lang draußen und bin einfach durch die gegend gelaufen. es ist seltsam.
von meinem fenster aus schaue ich auf das haus gegenüber. ich sehe dieses haus jeden tag und ich sehe seine bewohner jeden tag. den rauchenden kerl in der midlife crisis, der jede nacht um eins am herd steht und kocht. die alte frau darüber, deren umrisse so langsam durch die wohnung wandern, dass man meint, sie bräuchte eine halbe stunde von der küche ins schlafzimmer. das komische paar rechts unten mit den zwei kleinen kötern die aussehen wie explodierte wollknäuel. ich sehe diese menschen ständig, ich kann sie beobachten, in ihre wohnungen sehen, ich weiß wann sie ins bett gehen und wann sie zur arbeit fahren, ich weiß, wer öfters pizza bestellt und wer raucht und wer nicht. aber ich kenne von niemandem die namen. genauso sehe ich den weg zwischen unserem grundstück und dem grundstück des hauses jeden tag. ich sehe den postboten dort entlanglaufen, die frau mit den kleinen kötern entlangrennen oder die alte, in deren esszimmer ein jesuskreuz hängt aus der haustür zur gelben tonne schlurfen und wieder zurück. aber ich kann mich nicht erinnern, jemals diesen weg entlanggelaufen und zu meinem zimmer hochgesehen zu haben. heute abend hab ich es getan. ich stand um elf uhr abends auf diesem weg und sah zu meinem fenster hoch und wusste nicht was ich fühlen sollte während ich mich scheinbar selbst beobachtete. es ist bezeichnend dafür wie zuhause ich mich hier fühle, dass ich zwölf jahre hier leben kann und immer noch nicht weiß und nicht wissen will wie die menschen heißen die mir gegenüber wohnen und die ich morgens auf dem weg zum bahnhof grüße. diese anonymität mag zermürbend sein, möglicherweise. mir gibt sie sicherheit. wen man nicht kennt, an den muss man nicht denken. und an wen man nie denkt wird man auch nie vermissen, falls man sich verabschieden muss. oder verabschieden will.
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Ich will keine Welt, weil du meine schöne, meine Welt bist.
Hier ist das tiefste Geheimnis um das keiner weiß. […]
Ich trage dein Herz. Ich trage es in meinen Herzen.
(E.E.Cummings)
morgen mathearbeit
Juni 26th, 2008
und gerade ein cooles zitat von george carlin gefunden:
The most unfair thing about life is the way it ends. I mean, life is tough. It takes up a lot of your time. What do you get at the end of it? A Death! What’s that, a bonus? I think the life cycle is all backwards. You should die first, get it out of the way. Then you live in an old age home. You get kicked out when you’re too young, you get a gold watch, you go to work. You work forty years until you’re young enough to enjoy your retirement. You do drugs, alcohol, you party, you get ready for high school. You go to grade school, you become a kid, you play, you have no responsibilities, you become a little baby, you go back into the womb, you spend your last nine months floating… and you finish off as an orgasm.